Ablauf der kirchlichen Trauung
Katholische und Evangelische Trauungen
In der Regel wird die Trauung in einer Messe gefeiert. In einzelnen Fällen, beispielsweise wenn das Brautpaar wenig Bezug zur Kirche hat, kann auch ein Wortgottesdienst abgehalten werden. Die grundsätzlichen Elemente der kirchlichen Trauung sind festgelegt, dennoch bieten sich viele Möglichkeiten das Ereignis durch Gebete, Lesungen, Musikalisches, Fürbitten und die Auswahl des Trauspruches persönlich zu gestalten. Je nach Konfessions-Zugehörigkeit gibt es Unterschiede bei der Trauung. Neben einem evangelischen oder katholischen kann man sich auch für einen ökumenischen Traugottesdienst entscheiden.
Katholische Trauung | Evangelische Trauung |
---|---|
Einzug in die Kirche | Einzug |
Ein Lied | Begrüßung |
Begrüßung | Ein Lied |
Kyrie | Eingangsvotum |
Gebet | Psalm |
Lesung | Ein Lied |
Ein Lied | Glaubensbekenntnis |
Lesung | Lesung |
Predigt des Pristers | Ein Lied |
Eheschließung | Predigt |
Ein Lied | Ein Lied |
Fürbitten | Traubekenntnis |
Gabenbereitung | Ringtausch |
Vaterunser | Segnung |
Heilige Kommunion | Ein Lied |
Ein Lied | Abendmahl |
Segen | Fürbitten |
Auszug | Vaterunser |
Segen | |
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Die kirchliche Trauung als geistliches Fest
Eine kirchliche Trauung verleiht dem Eheversprechen eine spirituelle Dimension und bringt Glaube, Tradition und persönliche Gestaltungsfreiheit harmonisch zusammen. Ob in der katholischen Messe, im evangelischen Gottesdienst oder in einem ökumenischen Format – zentrale Elemente wie Lesungen, Gebete, Ringtausch und Segnung bilden den Rahmen. Zugleich eröffnen Gesang, Fürbitten und ein individuell gewählter Trauspruch vielfältige Möglichkeiten, den Gottesdienst persönlich zu prägen.
Allgemeine Rahmenbedingungen
Warum Messe oder Wortgottesdienst?
In der katholischen Kirche findet die Trauung meist im Rahmen einer Eucharistiefeier (Messe) statt, um die Sakramente Taufe, Ehe und Eucharistie miteinander zu verbinden. Bei geringerer kirchlicher Bindung oder aus organisatorischen Gründen kann ein Wortgottesdienst ohne Eucharistie gewählt werden. Evangelische Trauungen sind per Definition Wortgottesdienste mit Abendmahl oder ohne, je nach Wunsch.
Ökumenischer Gottesdienst
Für Paare unterschiedlichen Glaubens bietet sich ein ökumenischer Traugottesdienst an. Katholische und evangelische Geistliche feiern gemeinsam und betonen die Einheit im christlichen Glauben. Dabei vereinbaren die Kirchen Leitlinien für Lesungen, Gebete und Segnungen, um beiden Traditionen gerecht zu werden.
Katholische Trauung – Ablauf einer Hochzeitsmesse
1. Eröffnung und Einzug
Einzugsmusik
Der Einzug wird musikalisch begleitet – oft durch Orgel oder ein Instrumentalensemble. Klassische Stücke wie „Lobe den Herren“ oder moderne Lobpreislieder sind beliebt.
Begrüßung
Der Zelebrant (Pfarrer) empfängt das Brautpaar und die Gäste mit einem Weihwasserzeichen und spricht das Eröffnungsgebet. Anschließend folgt das Kyrie (Herr, erbarme dich) und bei festlichen Messen das Gloria („Ehre sei Gott in der Höhe“).
2. Wortgottesdienst
Erste Lesung
Aus dem Alten Testament, z. B. Genesis 2,18–24 („Darum verlässt Mann Vater und Mutter…“), um die Wurzeln der Schöpfung und Partnerschaft zu betonen.
Antwortpsalm
Die Gemeinde singt oder spricht einen Psalm, der zur ersten Lesung passt. Beliebt ist Psalm 128 („Glücklich, wer den Herrn fürchtet“).
Zweite Lesung
Aus dem Neuen Testament, oft Paulusbriefe (1 Kor 13,1–13 „Die Liebe ist langmütig und freundlich…“).
Evangelium
Aus den Evangelien, z. B. Johannes 2,1–11 (Hochzeit zu Kana) oder Markus 10,6–9 („Was Gott verbunden hat…“). Vorgetragen vom Diakon oder Pfarrer mit Weihrauch und feierlichem Zeichenkreuz.
Homilie (Predigt)
Der Pfarrer erläutert die Lesungen und betont die Bedeutung der Ehe als Sakrament: Liebe, Treue und Gottes Nähe im gemeinsamen Leben.
3. Ritus der Ehe
Eheversprechen
Der Pfarrer stellt die Frage: „N., willst du N. die Ehe versprechen?“ Beide antworten „Ja“. Ein persönlich verfasstes Trauspruchwort kann hier eingeflochten werden.
Ringtausch
Die Eheringe werden gesegnet („Durch diesen Ring…“) und getauscht. Die Gemeinde antwortet mit Applaus oder feierlichem Glockenspiel.
Nuptialer Segen
Der Zelebrant spricht den sakramentalen Segen über das Paar. Mittels Handauflegung und Weihwasserbecken wird Gottes Schutz zugesprochen.
4. Eucharistiefeier (optional)
Gabenbereitung
Brot und Wein werden zum Altar gebracht, evtl. mit persönlichen Gaben (z. B. Brotlaib mit Datum).
Gedenkgabe und Wandlung
Die Gemeinde betet das Sanctus („Heilig, heilig…“) und erlebt die Wandlung. Der Priester lädt zur Kommunion ein.
Kommunion
Braut und Bräutigam empfangen als Erstes die Hostie, gefolgt von der Gemeinde. Alternativ können „Geistliche Lieder“ im Mittelpunkt stehen.
5. Schlussriten
Schlussgebet und Segen
Der Zelebrant spricht das Schlussgebet, anschließend erteilt er den feierlichen Entlassungssegen („Der Friede des Herrn…“).
Auszug
Musikalischer Auszug, oft mit festlicher Orgel oder Trompete. Gäste bilden Spalier und stimmen in Festgesänge wie „Großer Gott, wir loben dich“ ein.
Evangelische Trauung – Ablauf eines Wortgottesdienstes
1. Eröffnung und Begrüßung
Einzugslied
Ein Gemeindelied wie „Lobe den Herren“ oder ein moderner Lobpreis eröffnet den Gottesdienst.
Begrüßung und Vaterunser
Der Pastor heißt alle willkommen, liest das Vaterunser oder singt es gemeinsam mit der Gemeinde.
2. Lesungen und Predigt
Biblische Lesungen
Zwei Lesungen aus Altem und Neuem Testament – häufig Genesis und Paulusbriefe.
Predigt
Der Pastor reflektiert über Liebe, Gemeinschaft und Verantwortung im Licht des Evangeliums. Tipps:
- Einbindung persönlicher Anekdoten des Paares
- Anschluss an gemeinsame Lebenserfahrungen
- Appell an partnerschaftliche Werte
3. Trauritual
Eheversprechen
Der Pastor fragt: „N., willst du N. heiraten und ihr als Ehemann/Ehefrau täglich neu begegnen?“ Beide antworten nacheinander „Ja“.
Ringtausch
Ringe werden ausgetauscht – meist mit kurzem Segensspruch wie „Gott gebe euch Treue und Liebe“…
Fürbitten
Gemeinsame Fürbitten zu Themen wie Familie, Gemeinde, Frieden und persönliche Anliegen werden vorgetragen.
4. Optionales Abendmahl
Einladung zum Tisch des Herrn
Je nach Gemeinde feiern Paare gerne Abendmahl gemeinsam mit der Gemeinde. Brot und Wein symbolisieren Gemeinschaft und Vergebung.
5. Schluss und Auszug
Abschlusslied
Ein festliches Lied wie „Großer Gott, wir loben dich“ begleitet den Auszug.
Segnung
Der Pastor spricht den Schlusssegen und entlässt die Gemeinde in den Segen Gottes.
Gestaltungsmöglichkeiten und Tipps
Musikauswahl
- Klassische Choräle vs. moderne Worship-Songs
- Instrumental-Einlagen: Violine, Flöte oder Gitarrenduett
- Gesangseinlagen von Freunden oder Chören
Persönliche Lesungen und Trausprüche
Wählen Sie Texte, die zu Ihrer Geschichte passen. Beispiele:
- Literarische Zitate (Paulo Coelho, Khalil Gibran)
- Gedichte (Rilke, Erich Fried)
- Biblische Verse (Hohelied Salomos, Epheser 5)
Rituale für Einheit und Gemeinschaft
- Sandritual: Zusammenführung zweier unterschiedlich gefärbter Sandschichten
- Kerzenritual: Entzünden einer „Ehekerze“
- Baumpflanzung: Symbol für Wachsen und Wurzeln
Praktische Hinweise
- Klären Sie frühzeitig Technikbedarf (Mikrofon, Lautsprecher).
- Erkundigen Sie sich nach Dekorationsmöglichkeiten (Blumen, Kerzen).
- Besprechen Sie Ablauf und Zeitplan mit Trauzeugen und Musikern.
- Planen Sie Pufferzeiten für eventuelle Verspätungen ein.
Persönlich und verbindlich
Der Ablauf einer kirchlichen Trauung bietet eine klare Struktur, lässt aber zugleich viel Spielraum für persönliche Akzente. Ob katholische Messe, evangelischer Gottesdienst oder ökumenischer Trauakt – durch individuelle Gebete, Lesungen, Musik und Rituale gestalten Sie Ihre Zeremonie einzigartig. Mit sorgfältiger Vorbereitung, enger Absprache mit Ihrem Pfarrer oder Pastor und kreativen Ideen wird Ihre kirchliche Trauung zum unvergesslichen Erlebnis für Sie und Ihre Gäste.